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11. November 2008: 525 Taufen am Tauftag Martin Luthers, 525 Gemeinden feiern Taufgedächtnis

Durch den Glauben verbunden

Taufgedächtnisgottesdienst mit Kindern und Familien zum Martinstag

von Pfarrerin Sabine Meinhold, Lutherstadt Eisleben

10.11.2008


In Lutherstadt Eisleben gibt es jedes Jahr einen Martinstagsgottesdienst mit anschließendem Laternenumzug, einer Andacht auf dem Markt, Blumen am Lutherdenkmal und Martinshörnchen. In diesem Jahr hat dieser Ökumenische Familiengottesdienst das Thema Tauferinnerung. Sie finden hier das komplette Material mit Kopiervorlagen als Word-Dokumente zum Herunterladen.

In Eisleben kommen zum Martinstagsgottesdienst vor allem Kinder im Kindergartenalter mit ihren Eltern und Großeltern. Wir freuen uns, wenn Sie dieses Material an Ihre Situation anpassen können, z. B. für einen Familiengottesdienst oder eine Kinderstunde in Ihrer eigenen Gemeinde.
Wenn Sie damit einen Gottesdienst gestalten, bitten wir Sie sehr herzlich um eine Nachricht, damit wir wissen, wo und in welcher Gemeinde in diesem Jahr an Martin Luthers Taufe erinnert wird, die vor 525 Jahren stattgefunden hat: info@luther525.de. Wir können Sie dann auch eintragen in das weltweite Netz derer, die sich an diesem Tag bzw. in dieser Zeit im November miteinander verbunden wissen. Vielen Dank!

Predigt Familiengottesdienst

Download Gottesdienstablauf als Word-Dokument:

Kindergottesdienst zum Martinstag zum Thema Taufe

Download Grafiken als Schattenbilder:

Schattenbilder schwarz

Schattenbilder weiss

Download Tischlaterne mit Bastelanleitung

Tischlaterne mit Schattenbildern

Tischlaterne mit Ausmalbildern



Begrüßung

Wir feiern unseren Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen
Wir feiern unseren Gottesdienst und denken an die, die schon vor uns im Namen Gottes zusammengekommen sind, die schon vor uns mit Gott gelebt und mit ihm geredet haben.
Zwei Männer sind es heute besonders, an die wir denken wollen: Martin von Tours, und Martin Luther, dem wir es verdanken, dass es unsere evangelische Kirche überhaupt gibt.
Martin Luther wurde heute, am 10. November, vor genau 525 Jahren geboren, und einen Tag später getauft. Martin von Tours hat viel früher gelebt, über 1000 Jahre eher.
So sind sich die beiden Martins persönlich nie begegnet, und doch sind sie verbunden miteinander - durch ihren Glauben an den einen Gott.
Und im Glauben können auch wir heute mit ihnen verbunden sein.

Lied Meinem Gott gehört die Welt EG 408, 1-4

Klage

Wir sind zusammengekommen in Gottes Namen – und hören oft gar nicht zu, was er uns sagen will.
Wir sind zusammengekommen in Gottes Haus – aber wir reden viel zu wenig mit ihm und danken ihm nur selten.
Wir wollen bitten um Gottes Segen, und leben doch unser Leben, als wenn er gar nicht da wäre.
So wollen wir ihn bitten, uns dennoch gnädig zu sein, und uns seine Nähe zu schenken:

Herr, erbarme dich, erbarme dich EG 178.11

Zuspruch

Gott hat sich über uns erbarmt. Wenn wir ehrlichen Herzens zu ihm kommen wollen, breitet er seine Arme aus wie ein Vater oder eine Mutter, und wir dürfen bei ihm geborgen sein.

Hallelu, hallelu, hallelu, halleluja KG 193, 1

Nach Psalm 27

Der Herr ist mein Licht und mein Heil;
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist meines Lebens Kraft;
Vor wem sollte mir grauen?
      Menschen wollen mir Böses tun – ich vertraue auf Gott
      Und wenn es noch so viele sind – ich vertraue auf Gott
Eines bitte ich vom Herrn,
das hätte ich gerne:
Dass ich im Hause des Herrn bleiben könne
mein Leben lang,
     Wenn ich Angst habe in der Dunkelheit – ich vertraue auf Gott
     Wenn ich den richtigen Weg nicht weiß – ich vertraue auf Gott
Hoffe auf Gott!
Sei getrost und unverzagt, und vertraue auf Gott!

Gebet

Lieber Vater im Himmel,
Du hörst alle unsere Worte,
überall auf der Welt,
du kennst alle Menschen,
auch die, die schon früher gelebt haben,
und die, die noch kommen werden,
nun bitten wir dich:
sei du auch bei uns,
bei jedem Einzelnen,
und lass jeden von uns spüren,
wie gut du es meinst mit deinen Menschen.
Amen

Lied Großer Gott, wir loben dich EG 331, 1.5. 10

Predigt Mt 28, 18-20 mit Schattenspiel


(Die Figuren für die Predigt sind als Schattenfiguren bzw. Umrissfiguren diesem Gottesdienst beigefügt. Entscheiden Sie selbst, je nach technischer Ausrüstung, in welcher Form Sie sie ausdrucken möchten. Sie können die Figuren dann auf Folie kopieren und mit Hilfe eines Overheadprojektors lebendig werden lassen. Günstig ist dazu wenn der Projektor hinter einer durchlässigen Leinwand bzw. hinter einem gespannten Tuch stehen kann.
Möglich ist auch, die Figuren auszuschneiden, einen Holzstab zu befestigen, und dann damit ein Schattenspiel bzw. auch ein Spiel mit farbigen Stabpuppen aufzuführen.)

Liebe Gemeinde!
Unzählige Male sind diese Worte aus der Bibel schon gelesen worden. Unzählige Menschen haben sich wirklich taufen lassen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Und doch ist die Taufe für jeden Menschen wieder etwas ganz Besonderes.
Deshalb habe ich heute auch noch jemanden mitgebracht. Hören wir, was er uns zu erzählen hat:


Junge Martin

Junge Martin


Hallo, ich heiße Martin.
Morgen wird meine kleine Schwester getauft. Da gehen wir in die Kirche, und dann feiern wir ein großes Fest.
Ich darf auch meine Freunde dazu einladen. Und Tante Ute will auch kommen. Das wird bestimmt schön.

Aber als ich Mama dann gefragt habe, ob sie mir noch mehr über die Taufe erzählen kann, hatte sie nur wieder keine Zeit.
Ich soll noch einen schönen Tischschmuck basteln, hat sie gesagt. Und dann ist sie wieder in der Küche verschwunden. 

Tisch schwarz
Tisch

Typisch. Und ich sitze da und hab mal wieder keine Idee.
Na, mal sehen, vielleicht kann ich ja jemand anders fragen.
Schaut mal, da kommt schon einer! 

Martin schwarz
Martin von Tours erscheint

He, du, wer bist du denn?
Kannst du mir vielleicht etwas über die Taufe erzählen?

Meinst du mich?
Ich bin Martin. Martin von Tours nennt man mich.

Als ich noch sehr jung war, wollte mein Vater unbedingt, dass ich Soldat werde. Dabei wollte ich überhaupt nicht kämpfen. Aber manchmal muss man eben tun, was die Eltern sagen. 

Schwert schwarz
Schwert in der Hand

Gefallen hat mir das Leben nicht in der Armee. Ich kann nicht kämpfen. Ich will andere nicht verletzen. Ich kann auch nicht zusehen, wenn es einem anderen schlecht geht. Immer habe ich gehofft, dass diese schlimme Zeit einmal vorbei sein wird.
Und immer habe ich versucht, den anderen zu helfen, so gut es eben ging.

Eines Tages habe ich dann sogar meinen Mantel zerschnitten. Da saß – mitten im Winter - ein Bettler am Stadttor. 

Bettler schwarz
Bettler

Der Arme hat richtig gezittert vor Kälte. Da habe ich ihm meinen halben Mantel geschenkt. Damit konnte er sich wenigstens wärmen.
Na ja, ein bisschen Ärger habe ich auch bekommen deswegen. Die anderen haben mich ausgelacht. Aber das war nicht so schlimm.

In der Nacht habe ich dann von Jesus Christus geträumt, 

Christus schwarz
Traumbild

und da wusste ich, jetzt ist es Zeit, mich von der Armee zu verabschieden.

Ich bin zum Bischof Hilarius gegangen, und habe viel von ihm gelernt. Und - ich habe mich taufen lassen! 

Erwachsenentaufe schwarz
Taufbild Erwachsenentaufe

Ich war ja schon lange erwachsen. Viele Jahre habe ich mich darauf vorbereitet. Habe darauf gewartet. Ich wollte alles wissen. Und dann war es endlich soweit.
Gott hat in der Taufe gesagt: Du gehörst zu mir, Martin.

Es war ein ganz unbeschreiblich schönes Gefühl. Als wenn das Wasser mein ganzes Leben sauber gewaschen hat. Ich habe mich ganz frei gefühlt, ganz fröhlich.

Später bin ich dann selber Bischof geworden. 

Bischofshut schwarz
Bischofsmütze aufsetzen

Und immer habe ich versucht, anderen Gutes zu tun. Weil Gott auch mir soviel Gutes getan hat.
Also wenn du mich fragst - mir hat Gott durch das Wasser der Taufe ein neues, ein schöneres Leben geschenkt.


Tropfen schwarz
Tropfen erscheint, Martin von Tours geht ab

Das mit dem Wasser finde ich prima. Wasser mag ich gern. Damit kriege ich meine Hände wieder sauber, wenn ich mit Farbe gematscht habe. Und die Blumen kann ich gießen damit. Und trinken kann ich es auch.
Da ist das Taufwasser bestimmt etwas ganz Besonderes. Das merke ich mir schon mal.

Aber da kommt ja noch einer. Den frage ich auch. 

Luther schwarz
Martin Luther erscheint

He, du!
Ja, du! Kannst du mir etwas über die Taufe erzählen? Und wer bist du überhaupt?

Meinst du mich?
Stell dir vor, ich heiße auch Martin. Martin Luther.

Als ich getauft wurde war ich noch ein Baby,. 

Kindertaufe schwarz
Babytaufe

Ganz winzig klein. Gerade einen Tag alt.
Erinnern kann ich mich nicht mehr daran.

Aber ich weiß, dass ich in Eisleben getauft bin.

 


Petri schwarz
Petrikirche

Und meine Eltern haben sicher an Martin von Tours gedacht, als sie mich auch Martin genannt haben.

Schade, dass es damals noch keine Fotos gab. Wie ich wohl ausgesehen habe? Na ja, das ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass ich überhaupt getauft bin.

Da weiß ich nämlich, dass Gott mich in seiner Hand hält. 

Vergebung schwarz
Schützende Hand

Das hat er mir bei der Taufe versprochen. Und ich habe es oft erlebt.
Und immer, wenn ich ihn ganz besonders brauche, dann erinnere ich ihn daran.

Eigentlich erinnere ich mich daran. Egal was kommt, sage ich mir, ich bin nicht allein damit. Ich bin getauft!

Weißt du, je älter ich werde, desto wichtiger ist mir das. Früher, als Kind, da dachte ich noch: Wenn ich erst erwachsen bin, dann kann ich alles allein. Dann brauche ich keinen mehr. Aber nun sehe ich, wie wenig das stimmt.

Es gibt soviel Streit unter den Menschen. So viel Unfriede. Auch unter denen, die sich erwachsen nennen. Da brauchen wir oft einen, den wir bitten können, dass er uns weiterhilft.

 

Hände schwarz
Kleine Hand in großer Hand

Wenn du über die Taufe nachdenkst dann denke einfach, dass Gott dich durch die Taufe ganz fest in den Arm nimmt. Ganz liebevoll.

Denn weißt du, die Hand des Priesters oder des Pfarrers gibt das Wasser nur weiter, aber eigentlich streckt dir Gott bei der Taufe seine eigene Hand entgegen. Denk mal drüber nach...

 

Luther geht ab

Gott hält uns fest. Vielleicht jetzt auch schon, aber nach der Taufe ganz bestimmt!
Ja, das gefällt mir.

Und jetzt weiß ich auch, was bei der Taufe morgen auf dem Tisch stehen soll:
Viele kleine Tischlaternen
- mit Wassertropfen
- und Händen
- und den beiden Martins natürlich.

Und wenn mich jetzt jemand nach der Taufe fragt – ich kann jetzt was erzählen!

Denn die Taufe, die gibt’s schon ganz lange, und sie war und ist für sehr viele Menschen ganz wichtig, und - sie ist immer von Gott!


Junge Martin geht ab

Pfarrerin:
Sie ist von Gott, der uns seine Liebe schenken will, und uns in seinem Frieden leben lassen. Einem Frieden, der höher ist als unsere Vernunft.
Er bewahre unsere Herzen und unsere Sinne in Jesus Christus, unserem Herrn.
Amen.

Lied Er hält die ganze Welt KG 143, 1.5.6

Gebet

Lieber himmlischer Vater,
wir danken dir für Martin Luther und für Martin von Tours.
Sie haben auf deine Worte gehört,
sie haben danach gelebt,
und sie haben deine Worte weitergegeben an andere.

Nun bitten wir dich:
Öffne unsere Ohren, damit auch wir hören können,
was du uns zu sagen hast,
heute, in unserer Zeit.
Und schenke uns den Mut, dann auch von dir zu reden.

Gott, wir bitten dich:
Lass uns erfahren, wie sehr du uns liebst,
und lass uns deine Liebe weitergeben.
Deine Liebe ist wie das Wasser,
sie befreit unser Leben vom Schmutz.
Deine Liebe ist wie das Licht,
sie bringt einen hellen Schein in die Dunkelheit.

Gott, wir danken dir für alles, was du uns schenkst, und beten zu dir:
Vater unser

Tauferinnerung

Martin Luther wurde als Baby getauft, Martin von Tours war ein erwachsener Mann.
Und wenn wir uns heute umschauen, wenn wir nach rechts schauen und nach links, nach vorne und nach hinten, dann sehen wir Menschen, die getauft sind, vielleicht sogar als Baby, wie Martin Luther auch. Und wir sehen andere, die nicht getauft sind. Manche können sich noch daran erinnern, andere nicht. Und vielleicht gibt es auch Menschen unter uns, die sich irgendwann später einmal taufen lassen, vielleicht als Erwachsene, wie Martin von Tours.

Für sie alle liegen hier vorn im Taufstein Wassertropfen. Ganz besondere Wassertropfen sind es heute. Es sind Tropfen, die nicht verloren gehen, wenn man sie weitergibt, wenn man sie durchgibt nach hinten.

Zuerst kann man sie gar nicht richtig erkennen – PAPIERSTREIFEN HOCHHALTEN – aber ein einziger Handgriff genügt – ZUSAMMENSTECKEN – und schon ist aus dem Streifen ein blauer Tropfen geworden. Ein Wassertropfen, der uns erzählen will von Martin Luther, von Martin von Tours und von dem Wasser der Taufe, in dem uns Gott sagen will: dich habe ich lieb, du gehörst zu mir.

Nehmt euch, nehmen Sie sich so einen Streifen mit, steckt ihn zusammen, stellt ihn zu Hause auf den Tisch, und wenn ihr ein Teelicht hineinstellt, dann wird er zu leuchten beginnen, heute Abend in der Dunkelheit.

PAPIERSTREIFEN WERDEN VERTEILT

Lied Bewahre uns, Gott EG 171, 1.2.4

Segen

Ansagen (je nach Gegebenheit)

Auszug mit Martinslied



(Die Tischlaternen werden den Gottesdienstbesuchern als gerollte blaue Papierstreifen mit Gummiring mitgegeben. So können sie auf dem Weg nicht knicken. Als kleine Anleitung steht dabei:
Wachsen Sie das Papier von beiden Seiten mit weißem Wachs kräftig ein (Teelicht o.ä.), legen Sie es zwischen eine alte Zeitung und bügeln Sie das Ganze. Evtl. ist dieser Vorgang auch zweimal nötig. Das Papier wird dadurch schön durchscheinend. Danach kann der Streifen zusammengesteckt werden, und verschönert mit einem Teelicht in der Mitte als leuchtender Tropfen Ihren Tisch zu Hause.
Wer die Möglichkeit hat, kann mit den Kinder auch eine etwas größere Laterne basteln. Dazu empfehlen wir die Variante mit den Umrissfiguren und normale Buntstifte, die beim Wachsen und Bügeln nicht verlaufen.)
 

Schattenbilder schwarz

Schattenbilder weiss

Taufstein Martin Luthers in Eisleben

In diesem Taufstein wurde Martin Luther vor 525 Jahren getauft.

Gottesdienst zur Tauferinnerung

Gottesdienst zur Tauferinnerung

                         
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